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Neues Wohnen
im Alter/n

Referenzen | 12. Feb. 2021

Sanierung zu altersgerechten Wohnungen
in Waldshut-Schmitzingen

Erhaltung der denkmalgeschützten Baukultur, Leben auf dem Land, gemeinschaftliches und barrierefreies Wohnen im Alter – bei dem Sanierungsprojekt in Waldshut-Schmitzingen kommt einiges zusammen. Unter dem großen Dach des 1780 erbauten "Schlössle" der Freiherren von Roll entstehen bis 2021 altersgerechte Apartments. Ökologische Dämmstoffe aus der direkten Nachbarschaft schützen die historische Baustruktur und sorgen im kernsanierten Gebäude für ein angenehmes Raumklima.

Aus Alt mach Neu: Das Dach des Wirtschaftsanbaus wurde als erstes saniert. Das Projekt wird vom Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) unterstützt. Baden-Württemberg will so starke und dezentrale Strukturen erhalten.

Ältere Menschen sind heute viel länger gesund und aktiv als früher und wollen auch im Alter selbstbestimmt leben und an der Gesellschaft teilhaben. Der demografische Wandel stellt uns bei der Gestaltung und Anpassung altersgerechter Wohnungen, Stadtviertel und Regionen vor neue Aufgaben. Während im Jahr 2018 noch 17,9 Millionen Menschen in Deutschland 65 Jahre und älter waren, wird der Anteil dieser Altersgruppe bis 2030 auf 21,6 Millionen Menschen (Quelle: Statistisches Bundesamt) ansteigen. Die zunehmende Lebensdauer führt zu veränderten Anforderungen an den Wohnraum. Wer so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung bleiben will, ist auf eine Wohnung angewiesen, die möglichst frei von Barrieren ist. Der Wohnungsbestand in Deutschland muss also in Zukunft stärker an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden.

Dieser Herausforderung stellen sich die Bauherren im baden-württembergischen Schmitzingen. Sie machen aus der Not eine Tugend und bauen das Anwesen aus dem 18. Jahrhundert zur seniorengerechten Wohngemeinschaft aus. Seit 1936 ist der alte Adelssitz im Familienbesitz und soll ab 2021 sechs altersgerechte Apartments für ein selbstbestimmtes Wohnen bieten. So kann nach der Komplettsanierung auch die knapp 80-jährige Mutter der Bauherren in den vertrauten Räumlichkeiten das Alter in der Gemeinschaft genießen. Die letzten 200 Jahre als Bauernhaus samt Wirtschaftsanbau genutzt, stehen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss dann neben den privaten Wohnräumen die Gemeinschaftsküche und Räume für Freizeitangebote zur Verfügung. Das Dachgeschoss wird zudem zu einer weiteren großzügigen Wohneinheit mit Blick auf die Schweizer Alpen ausgebaut. Ein Aufzug im Lichthof verbindet die Etagen.

Das Haupthaus stammt aus dem Jahr 1780. Hier wird unter dem Dach eine großzügige Wohneinheit mit
140 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.

Wohnen mit den Engeln

Um dem Denkmalschutz Rechnung zu tragen, werden die Räume behutsam entkernt und die großzügige Struktur mit bis zu 30 Quadratmeter großen Räumen weitestgehend erhalten. Auch die historischen Dachsparren im Haupthaus sind durchgängig in Takt und tragen die große Dachfläche, mit neuen Tonziegeln frisch gedeckt, die nächsten Jahrzehnte. Statt der üblichen Gauben, die hier denkmalrechtlich nicht genehmigt wurden, versorgt ein bündig in die Dachfläche integriertes Oberlicht die Dachgeschosswohnung mit viel Licht und Ausblick gen Himmel. Das baufällige Treppenhaus konnte nicht gerettet, durfte aber auch nicht abgebrochen werden. Stattdessen wird es nun eingehaust und soll die Sammlung Hunderter Engelsfiguren der Bauherren-Mutter in einer Ausstellung hinter Glaswänden zeigen. Zeitgemäßen Komfort bietet eine Fußbodenheizung in den Apartments, die alle über ein eigenes Bad und auch über eine kleine Kochnische verfügen – wenn man mal nicht in der großen Runde zu Abend essen will.

Blick auf Holz und Himmel

Dass man sich hier in einem historischen Altbau befindet, wird auch mit Blick gen Dach deutlich. Die ausschließlich oberhalb der Sparren aufgebrachte Holzfaserdämmung hält den Blick auf die Sparrenlage frei und ermöglicht eine komfortablere Raumnutzung im Inneren. Insbesondere im Bereich des flächenbündig in die Dachhaut eingelassenen großen Dachfensters entstehen so spannende Überlagerungen und lichtdurchflutete Kontraste zwischen innen und außen, Holz und Himmel.

Dank des Denkmalschutz-Status muss das Dach nicht die üblichen U-Werte erreichen, sondern kommt einlagig mit einer 14 Zentimeter dicken Aufsparrendämmung aus. Mit GUTEX Ultratherm wurde eine regensichere Unterdeckplatte mit hohem Dämmwert verwendet. Die homogene Dämmschicht verhindert Wärmebrücken und erschafft ein Dach, das trotzdem effektiv gegen Wärmeverluste sowie Hitze- und Schalleintrag schützt. So können sowohl die alten Dachsparren des Haupthauses als auch die der neuen Dachkonstruktion sichtbar bleiben und eine wohlige Atmosphäre entfalten.

Das Dachtragwerk bleibt im Inneren sichtbar. Das große Dachfenster sorgt für natürliche Belichtung und Belüftung. Neue Innenwände und Decken werden mit flexiblen Holzfaserdämmmatten (GUTEX Thermoflex) ausgefacht und mit druckfesten Holzfaserdämmplatten (GUTEX Thermowall) gedämmt.

Komplexe Dachkonstruktion

Die komplex verschnittene Dachkonstruktion aus dem zu bewahrenden Krüppelwalm- und dem neu zu errichtenden Walmdach, das sich zweifach abgewinkelt um einen gedeckten Innenhof formt, legten die Bauherren in die erfahrenen Hände der Zimmerei Eschbach. Die Holzbau-Profis nahmen sich im ersten Schritt das Dach des Wirtschaftsanbaus und im zweiten Schritt das des Haupthauses vor. Hier wurde die freigelegte alte Sparrenlage auf etwaige Schäden überprüft und wo nötig ausgebessert. Als Verlegeuntergrund für die Holzfaserdämmung wurde eine Holzschalung auf die vorbereiteten Sparren verlegt. Darauf wurde mit einer Dampfbremse luftdicht an das Bauteil angeschlossen und die 1.780 x 600 Millimeter großen Unterdeckplatten GUTEX Ultratherm sowie in Teilbereichen eine Unterspannbahn mittels Konterlattung und zugelassenen Schrauben befestigt. Die Verlegung der Platte mit Nut und Feder-Profil erfolgte passgenau und fugendicht im Verband mit versetzten Fugen, wobei die Federkante stets aufsteigend/traufparallel zu verlegen ist. Mit einer Dachneigung von mehr als 15 Grad – wie bei diesem Bauvorhaben gegeben – kann auf die Verklebung der Plattenstöße verzichtet werden.

Die alten Sparren konnten erhalten werden. Die Holzfaserdämmung wird hier auf Schalung und Dampfbremse verlegt, sodass ein luftdichter Bauteilanschluss garantiert wird. Lattung und Konterlattung sowie klassisch rote Tondachziegel schließen das Dach nach außen ab. Auch auf der neuen Dachkonstruktion ging die Verlegung der die 1.780 x 600 Millimeter großen Unterdeckplatten schnell und präzise vonstatten. Das Nut-/Federprofil von GUTEX Ultratherm bietet dazu eine höchstmögliche Regensicherheit.

Patentiertes Nut-/Federprofil

Besser noch, das patentierte Nut-/Federprofil der Unterdeckplatte bietet durch seine spezielle Geometrie eine höchstmögliche Regensicherheit. Durch die Abschrägung behält das Regenwasser bei Bewitterung seine sparrenparallele Richtung von First bis Traufe bei. Anders als bei herkömmlichen Profilierungen dringt das Wasser nicht in die Stöße ein und wird somit nicht nach links oder rechts abgelenkt. Das Ergebnis ist eine durchgehende Dachebene, die einiges aushält: Starker Regen, Wind und Hagel sind für das Dach mit GUTEX Ultratherm kein Problem.

Die Unterdeckplatte entspricht zudem der Hagelschutzklasse HW5 (TÜV Rheinland) und ist damit besonders robust. Sie kann obendrein als Behelfsdeckung drei Monate frei bewittert werden. Ein Vorteil, der auch den Bauherren des Schlössle in Schmitzigen zu Gute kam, da die gesamte Dachbaustelle inklusive Eindeckung mit neuen Tondachziegeln an die drei Monate dauerte. Mit dem neuen Dach über dem Kopf machen sich die Zimmerer an den Innenausbau, auch die Wände und Decken werden mit Holzfaserdämmplatten/-matten aus dem in nächster Nachbarschaft gelegenen GUTEX Werk gedämmt werden, sodass 2021 die erste Schmitzingener Senioren-WG einziehen kann.

Bautafel

  • Projekt
    Sanierung Schlössle Schmitzingen zu altersgerechten Wohnungen, Waldshut-Schmitzingen
     
  • Bauherr
    Manfred und Sabine Granacher, Waldshut-Tiengen
     
  • Architekt
    b-plan-architektur in holz, Dipl.-Ing. (FH) Architekt, Zimmermeister Rolf Boll, Waldshut-Tiengen
     
  • Tragwerksplanung und Energieberatung
    b-plan-architektur in holz, Dipl.-Ing. (FH) Architekt, Zimmermeister Rolf Boll, Waldshut-Tiengen
     
  • Verarbeiter
    Zimmerei Eschbach, Küssaberg-Kadelburg
     
  • Haustechnik
    Tröndle Haustechnik GmbH, Waldshut-Tiengen
     
  • Holzfaserdämmung
    GUTEX Ultratherm, GUTEX Thermoflex, GUTEX Thermowall
     
  • Fotos
    Martin Granacher/GUTEX

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